Nicht nur für Globetrotter

7 Gründe, warum Minimalismus gerade für Single Mamas ein geniales Konzept ist!

Obwohl ich es seit meiner Jugend sehr schätze, wenn Räume ordentlich und übersichtlich gestaltet sind, war ich doch sehr skeptisch, als ich das erste Mal vom Konzept Minimalismus hörte – er schien mir wie eine krasse Haltung, die nur ein verschrobener Außenseiter einnehmen kann. Ein komischer Waldschrat vielleicht, der nur eine einzige Hose besitzt.

Ein paar Jahre später bewunderte ich eine minimalistische Lebensweise zwar heimlich, beobachtete sie aber aus weiter Ferne. Nach wie vor empfand ich Minimalismus als ziemlich extrem, als etwas für Globetrotter, die sich aus allen typischen Alltagsverantwortlichkeiten gelöst haben. Jedenfalls nichts für Normalsterbliche. Schon gar nicht, wenn man sich gern schön anzieht und materiellen Komfort schon schätzt. Dann geht das doch nicht, oder? Inzwischen denke ich da natürlich ganz anders. Aber meine ursprüngliche Skepsis habe ich nicht vergessen und kann daher sehr gut verstehen, welche Bedenken aufploppen, wenn man sich dem Thema zuwendet.

Mit Kindern erscheint es natürlich besonders schwierig, eine minimalistische Lebensweise zu etablieren. Ältere Kinder sind gut darin, allen möglichen Kram anzuschleppen. Kleinere Kinder tun das vielleicht noch nicht, aber Schwiegermütter schon!  Außerdem ist man täglich dermaßen gefordert, dass allein der Vorschlag des Minimalisierens als belastend empfunden wird. Wann, verdammt noch mal, soll man jetzt auch noch den depperten Dachboden ausmisten? Und letztendlich scheint Minimalismus auch noch ein Schlag ins Gesicht für alle Menschen, die mit Armut zu kämpfen haben. Propagiert man da wenig Besitz etwa als hippen Lebensstil, während viele Menschen mit ihrem extrem knappen Budget zu kämpfen haben???

Überlastung, Zeitnot, Geldmangel – alles Dinge, von denen sehr viele Single Mamas aus dem Stehgreif nicht nur ein Liedchen, sondern eine ganze Oper trällern können. Doch ich behaupte, dass gerade ihr Single Mamas von einer minimalistischen Lebensweise stark profitieren könnt!

[Achtung – mir ist bewusst, dass viele Alleinerziehende mit extrem knappen Mitteln auskommen müssen und von existenzieller Armut bedroht sind. Ihr könnt vielleicht wirklich an nichts mehr sparen. Euch gilt mein großer Respekt. Es gibt aber vielleicht trotzdem Gründe, die euch ansprechen.]

Hier 7 gute Gründe, warum Minimalismus gerade für Single Mamas ein geniales Konzept ist!

(1) Minimalismus spart euch extrem viel Geld! Wer nur das kauft, was er braucht und sein Leben wirklich bereichert, der kauft eben ziemlich viel Zeugs nicht. Neulich habe ich alte Haushaltsbücher aus Studienzeiten gefunden (ja, ich war immer schon etwas pedantisch und habe als Studentin meine Ausgaben aufgeschrieben…) Obwohl ich nie geprasst habe – was ich alles an „Beautyschrott“ aus der Drogerie gekauft habe! Letzten Monat habe ich für mich überhaupt nichts an Kosmetik kaufen müssen. Und auch nichts vermisst!

(2) Minimalismus erleichtert euch die Hausarbeit immens! Wenn ich nicht unzählige Deko-Objekte hochheben muss, um ein Regal abzuwischen, dann spare ich viel Zeit und Mühe. Wenn ich nur eine Sorte Geschirr habe, dann muss ich nicht alles umständlich in verschiedene Schränke einräumen. Wenn mein Kind nicht 10 Kisten voller Spielzeug herumstehen hat, muss ich auch nicht 10 Kisten aufräumen – sondern nur eine oder zwei! Ich muss viel weniger ordnen, sortieren, verwalten, abstauben, aufräumen, wegwerfen… die gesparte Zeit habe ich für mich, für meinen Beruf, für mein Kind!

(3) Minimalismus tut euren Kindern gut! Auf seinem populären Blog becomingminimalist.com erklärt Joshua Becker, Vater zweier Kinder, warum weniger Spielzeug vorteilhaft ist: es fördert die Kreativität und verbessert die Aufmerksamkeitsspanne und sozialen Fähigkeiten von Kindern, wenn sie nicht dauernd zwischen 100 Spielsachen wählen können müssen. Interessanterweise macht er die Beobachtung, dass weniger gestritten wird, wenn weniger Spielzeug da ist – es muss einfach kooperiert werden! Mehr Spielzeug wird also Geschwisterrivalität eher verschlimmern. Ein sauberes und aufgeräumtes Zuhause wirkt außerdem auf die meisten Menschen beruhigend – warum sollte es bei Kindern anders sein? Hier findet ihr den ganzen Artikel (allerdings auf Englisch). Hier ist übrigens ein ganzer Blog zu dem Thema – http://www.spielzeugfreies-kinderzimmer.de – ganz wunderbar geschrieben (Danke, Paula) und bestens zur Inspiration geeignet!

(4) Minimalismus hilft euch, Zeit für das Wesentliche zu finden. Wer weniger Geld ausgibt, muss weniger arbeiten, weil er nicht dafür schuftet, Dinge zu kaufen, die er nicht braucht und die ihn belasten. Wer weniger Zeit für nutzlose Hausarbeit, nutzlose Einkaufstouren, sinnloses Zurückschicken überflüssiger Onlineshopping-Produkte etc. etc. verwendet, der hat plötzlich kleine Oasen der Zeit in seinem Leben. Etwas, was jede Single Mama dringend braucht.

(5) Minimalismus entspannt euch. Eine ruhige, aufgeräumte Umgebung ohne Gerümpel, bewirkt, dass auch wir uns klarer, ruhiger, aufgeräumter fühlen. Übervolle Regale scheinen zu uns zu sprechen: „Mich wolltest du doch eigentlich noch lesen!“ „Mich musst du mal abstauben!“ „Mich magst du eigentlich gar nicht leiden, aber Tante Lisbeth wird zutiefst verletzt sein, wenn ich nicht hier stehe!“. Wie schön es doch ist, wenn mal Ruhe herrscht. Keine Aufforderungen und Stressoren. Welche Single Mama träumt nicht von etwas Ruhe und Frieden? Fangt bei eurer Umgebung an!

(6) Minimalismus hilft gegen Einsamkeit. Wie das? Menschen, die bewusst ihren Konsum und Besitz reduzieren, müssen häufiger in Kontakt zu ihren Mitmenschen treten. Wer sich nicht alles neu kauft, sondern beispielsweise ausleiht, der bezieht andere aktiv in sein Leben ein. Auf einmal redet man vielleicht wieder mit seinen Nachbarn!? Wer eine angenehm gerümpelfreie Wohnung hat, dem fällt es leichter, andere zu sich einzuladen. Wer mehr Zeit hat, (siehe Punkt 4) der ist vielleicht auch sozial aktiver! Mit anderen Menschen (auch erwachsenen!) in gutem Kontakt zu sein, ist gerade für euch Single Mamas überlebensnotwendig.

(7) Minimalismus macht reich. Wie das? Ein buddhistisches Sprichwort sagt „Reich ist ein Mensch dann, wenn er weiß, dass er genug besitzt.“ Wer zu der Überzeugung gelangt, dass er ganz viel von dem, was uns als unabdingbar präsentiert wird, gar nicht braucht – ja, sogar aktiv ablehnt – der wird weniger Mangelgefühl erleben. Viel von unserem Besitzstreben hat ja eher damit zu tun, dass wir dazugehören wollen. Aber die psychologische Forschung zeigt uns, dass ein als reich empfundenes Leben sehr wenig mit materiellen Gütern zu tun hat. Wer sich also nicht mehr um einen Haufen Zeug bemüht, der hat die Ressourcen, sich tatsächlichem Reichtum zuzuwenden: tragfähige soziale Beziehungen –  inneres Wachstum – sinnvolles Tun und Beitragen zum Wohle anderer.

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