Dankbar, dass er sich wenigstens ums Kind kümmert?

Nein, nein und nochmals nein!!!

Ich koche über vor Wut! Bisher habe ich mich mit Verschmähungen ja deutlich zurückgehalten hier. Coole, lässige und hippe Minimalismus-Single Mamas regen sich schließlich nicht auf und wischen alles mit einem lässigen Buddha-Lächeln beiseite.

Aber ich seh’s nicht mehr ein. Ich bin doch kein Fußabtreter. Unterhalt? Umgangsregelung? Gemeinsame Sache bei der Elternschaft? Kompromisse eingehen und Abmachungen einhalten? Ist doch alles total dehnbar und überhaupt nicht verpflichtend. Da kann man schon mal die Meinung täglich ändern. Und die doofe Exfrau kümmert sich um alles und bezahlt alles. Hauptsache, man kann schön mit dem Kind ins Schwimmbad gehen. Kinderbetreuung organisieren? Klamotten und Schuhe besorgen? Wissen, wann die Tagesmutter zu hat? Wissen, wann der Martinszug ist? Kinderarzt-Untersuchungen und Impfungen im Blick haben? Fingernägel schneiden und tagelang festsitzende Popel aus der Nase fischen? Macht ja alles die dumme Mama. Für Papa bleibt dann freie Zeit und Muße mit dem Kind. Und was beschwer ich mich denn? Ich könnt ja auch einfach Sozialhilfe beantragen, mich Fake-krankschreiben lassen und meinen Lebensunterhalt mit Schwarzarbeit aufbessern!?

Seit gestern Abend ist bei mir nach einem Streit und nachfolgendem Nervenzusammenbruch der Knoten geplatzt. Ich werde eine Umgangsregelung amtlich erzwingen. Seit anderthalb Jahren versuche ich, eine freiwillige, regelmäßige, auf Kooperation aufbauende Regelung zu erwirken. Und bin dabei kompromissbereit und entgegenkommend bis zum Maximum. Und jeder Vorschlag wird abgelehnt (ja, auch alles in Richtung Wechselmodell). Eigene Vorschläge werden jedoch nicht gemacht. Stattdessen wird meine Wahrnehmung und Erinnerungsfähigkeit angegriffen, Tatsachen werden verdreht. (O-Ton: „Ich wär‘ ja gern mit unserem Sohn drei Jahre zuhause geblieben.“) Und warum hast du dann keine Elternzeit genommen??? Und, by the way, von irgendwas muss man ja leben, mein lieber Freund. Nur deshalb bin ich so früh wieder arbeiten gegangen, denn von 400€ Lehrvergütung (er) und 800€ Elterngeld (ich) kann man in unserer Stadt, wo die Mieten teuer sind, nur schwer leben.

Und ja, ich weiß: Es könnte schlimmer sein. Viele Väter* kümmern sich wenig bis gar nicht mehr. Manche misshandeln ihre Kinder gar oder sind zumindest ätzend. Andere zahlen auch keinen Unterhalt UND die Mütter* müssen ihre Kinder ganz allein aufziehen. (Ja, ich weiß, längst nicht alle, aber von den Good Guys rede ich hier nicht). Mein Ex und mein Sohn haben eine innige und liebevolle Beziehung. Und die hätte ich auch nie behindert, im Gegenteil, ich fördere die Beziehung bis zum Erbrechen. Wahrgenommen wird dies wenig bis gar nicht, ist ja alles selbstverständlich.

Trotzdem: Dankbar bin ich ihm für sein zeitliches Engagement trotzdem nicht, entgegen aller weisen Guru-Sprüche. Wann hat je ein Mann den Satz gehört: „Ach, sei froh, dass sich deine Exfrau wenigstens mit euren Kindern beschäftigt und sie nicht schlecht behandelt.“ Das ist ganz normal und dafür gibt’s keinen Orden auf der Brust. Deshalb sehe ich’s umgekehrt auch selbstverständlich: dass sich ein Vater nach der Trennung gut um die Kinder kümmert, sollte normal sein.

Was ebenfalls normal sein sollte: Eine Umgangsregelung oder ein Wechselmodell vereinbaren und sich dann dran halten. Unterhalt zahlen, oder aber die Hälfte der Kosten übernehmen. Verantwortung übernehmen und nicht nur Sonnenschein-Daddy sein. Der Mutter des gemeinsamen Kindes nicht boshaft die geistige Gesundheit absprechen.

Dann – und nur dann – gäb’s vielleicht ein Danke von mir.

2 Kommentare zu „Dankbar, dass er sich wenigstens ums Kind kümmert?

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  1. Hey Mama Minimalista.
    Mein Ex hatte schon in der Schwangerschaft mehrfach gedroht als bis zu letzt keinen Unterhalt zu zahlen. Für mich schon überhaupt nicht. Als er sich mit auslaufen des Elterngeld zu seiner Mutter verdrückt hat war er fein raus.
    Finanziell als aus der Verantwortung. Bin ihm erst über eine Unterhaltsklage beigekommen. Das was vor dem offen war konnte nur mit Hinweis auf eine Anzeige wegen Unterhaltsprellerei „eingetrieben“ werden.
    Umgang hatte er. Kümmert sich um nichts. Hatte den Mietvertrag als Versorgervertraege gekündigt usw.
    Na klar stellt er mich als nicht ganz geistig frisch dar. Ist unverschämt und behandelt das Kind nicht im Kindeswohl. Aber es ist alles normal und er grinst frech. Da sagt keiner von Amtswegen es reicht mal Herr… Wie sie ihre Ex-Familie behandeln. Es wird gelogen dass sich die Balken biegen um Unterhalt zu drücken, an sein Ziel zu kommen usw.
    Da muesste solchen Vätern echt eine Strafe seitens der Justiz (Führerscheinentzug, Gespräche über soziales benehmen oder ähnliches) drohen anstatt die tanzen einem auf der Nase rum.
    Auch mein Kind musste früh weg, da er mich zur Arbeit genötigt hatte.
    Auch da kommt er mit durch.
    Alles normal. So normal wie sein Anwalt Anträge gestellt hat mir den Unterhalt zu verweigern, obwohl das Kind u 3 ist und man einen Rechtsanspruch hat…
    Toller Vater.
    Solche Männer sollten kein Vater werden. Was sagt man später dem Kind?!
    Echt schwierig. Man soll den Umgang fördern, seine Gefühle nicht zeigen. Hat aber ne stinken Wut.
    Wut das mit unlauteren Mitteln sogar der Unterhalt des eigenen Kindes gedrückt wird.
    Hauptsache solche Menschen ersticken an ihrem Geld und können noch in den Spiegel oder später dem Kind ehrlich ins Gesicht schauen wenn die Fragen kommen.
    Es müsste bei solchen haertefaellen seitens der Politik mit Sanktionen gegen eben solche Männer sich mehr für die Frauen eingesetzt werden. Die Gesellschaft mehr Anerkennung schenken was wir leisten und wer alles vor die Wand faehrst.
    In dem Sinne.

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